Verbundenheit mit der Region als zentraler Faktor

Eine aktuelle Studie der DHBW Lörrach und der FHNW untersucht die Bleibemotivation von Hochschulabsolvent*innen in der trinationalen Metropolregion Basel. Die Ergebnisse zeigen: Emotionale Bindung, Wohnraum und Mobilität sind entscheidende Faktoren für den Verbleib in der Region.

Im Rahmen der Veranstaltung „Bleiben oder Gehen“, organisiert vom Think Tank metrobasel in Kooperation mit der DHBW Lörrach, wurde eine umfassende Studie zur Bleibemotivation von Hochschulabsolvent*innen vorgestellt . Mehr als 800 Studierende aus der trinationalen Metropolregion Basel – darunter auch der Landkreis Lörrach – wurden durch Forschende der DHBW Lörrach und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) befragt.

Die Ergebnisse verdeutlichen ein bislang ungenutztes Potenzial: 43 Prozent der Studierenden planen derzeit nicht, nach ihrem Abschluss in der Region zu bleiben. Dabei bietet die Metropolregion objektiv starke Standortfaktoren wie attraktive Einstiegspositionen, hohe Löhne und eine hohe Lebensqualität.

Als zentraler Einflussfaktor für den Bleibewunsch wurde die emotionale Bindung identifiziert. Während Einheimische häufig durch bestehende soziale Netzwerke in der Region verwurzelt sind, fehlt Zugezogenen oftmals ein entsprechender Anker. 63 Prozent von ihnen äußern einen konkreten Wegzugswunsch. Die Region wird vielfach als funktionaler Studienort, jedoch nicht als langfristige Heimat wahrgenommen.

Neben der emotionalen Verbundenheit spielen auch strukturelle Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Insbesondere Wohnraum – mit Blick auf Preis-Leistungs-Verhältnis und Verfügbarkeit – sowie Mobilität und Verkehrsanbindung wurden als besonders relevante, jedoch verbesserungswürdige Faktoren benannt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wurde deutlich: Eine reine Optimierung harter Standortfaktoren reicht nicht aus. Neben strukturellen Verbesserungen braucht es gezielte Maßnahmen zur Stärkung der emotionalen Bindung, insbesondere bei Zugezogenen. Empfohlen werden unter anderem Integrations- und Community-Angebote, sichtbare Freizeitangebote sowie verbesserte Zugänge zu bezahlbarem Wohnraum und leistungsfähigen Mobilitätsstrukturen.

Auch die Hochschule sieht sich in der Verantwortung. Rektor Prof. Gerhard Jäger betonte: „Mit Programmen wie dem Circle of Excellence, dem NMUN-Projekt, bei dem eine Gruppe Studierender die UN in New York hautnah erleben kann, oder Initiativen wie dem Innopreneurprogramm haben wir bereits sehr gute Angebote, um die Studierenden in die Region zu integrieren. Ich sehe es als unsere Aufgabe an, diese vielfältigen Möglichkeiten der Vernetzung weiterhin zu etablieren und weiterzuentwickeln. Damit können wir unseren Beitrag leisten, um Fachkräfte in unserer Region zu halten.“

Die Veranstaltung machte deutlich: Die Sicherung von Fachkräften ist nicht allein eine Frage wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Entscheidend ist das Zusammenspiel von beruflichen Perspektiven, Lebensqualität und emotionaler Verbundenheit mit der Region.