„Clay on site“: Architekturstudierende entdecken das Potenzial von Lehm
Vom Baugrubenaushub zum fertigen Wandelement: Im Hands-on-Workshop „Clay on site – massive inside“ erforschten Architekturstudierende der DHBW Lörrach, wie sich direkt vor Ort vorhandener Lehm als nachhaltiger Baustoff nutzen lässt. Dabei durchliefen sie den gesamten Herstellungsprozess selbst.
Foto: Markus Stern
Im Rahmen eines Forschungsprojekts beschäftigten sich Studierende des vierten Semesters im Studiengang Architektur mit der Herstellung nichttragender Lehmsteine. Ziel war es, den auf Baugrundstücken vorhandenen Boden mithilfe einer mobilen Lehmsteinformpresse direkt vor Ort – in situ – zu Baumaterialien für den Innenraum zu verarbeiten.
Unterstützt durch Duale Partner beschafften die Studierenden geeigneten Baugrubenaushub von verschiedenen Baustellen. Nach einer Baulehmprüfung stellten sie aus dem mitgebrachten Boden eigene Lehmsteine her. Nach vier Wochen Trocknungszeit wurden diese zu Wandfragmenten im Maßstab 1:1 vermauert. So konnten die Studierenden den gesamten Prozess vom Rohmaterial bis zum fertigen Bauteil praktisch erproben.
Neben dem ressourcenschonenden Bauen stand auch das gestalterische Potenzial des natürlichen Baustoffs im Mittelpunkt. Je nach geologischem Untergrund unterscheiden sich Farbe, Struktur und Zusammensetzung des Lehms. Diese Eigenschaften machen jedes Bauteil einzigartig und lassen die Geologie des Bauplatzes im Innenraum sichtbar werden.
Der Workshop verdeutlicht die enge Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis im Architekturstudium an der DHBW Lörrach. Gleichzeitig zeigt das Projekt, welches Potenzial regionale und natürliche Materialien für zukunftsfähiges Bauen bieten.