Ein Abend im Namen der Forschung: Der diesjährige Dr. K. H. Eberle Preis geht an den Studiengang Maschinenbau
An der DHBW Lörrach wurde am vergangenen Donnerstag erneut der renommierte Dr. K. H. Eberle-Preis verliehen. Der mit 100.000 Euro dotierte Forschungspreis ging in diesem Jahr an das Projektteam um Prof. Dr. Daniel Stehle aus dem Studiengang Maschinenbau, das für ihr Projekt mit der Université de Haute-Alsace kooperiert. Zudem vergab die Stiftung erstmals den neuen „Lehrpreis der Dr. K. H. Eberle Stiftung“. Über die Auszeichnung freute sich Dr. Paul-Thomas Kandzia, Leiter des Education Support Centers, der mit dem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro die wissenschaftliche Lehre hochschulweit unterstützen möchte.
Die Dr. K. H. Eberle Stiftung fördert wissenschaftliche Projekte, die praxisnahe und zukunftsweisende Forschung mit internationalem Bezug vereinen. In diesem Jahr zeichnete die Stiftung das Projekt „KI-gestützte Optimierung des Spritzgießprozesses“ aus, das sich mit dem nachhaltigen Einsatz recycelbarer Materialien in der Automobilindustrie befasst.
Mit maschinellem Lernen zu optimalen Ergebnissen
Ziel des Projekts ist es, den Anteil recycelter Kunststoffe in Bauteilen für die Automobilindustrie zu erhöhen. Derzeit entfallen rund zehn Prozent des europäischen Kunststoffverbrauchs auf die Automobilindustrie. Nach einer neuen europäischen Verordnung soll der Anteil recycelter Materialien in bestimmten Kunststoffbauteilen von Fahrzeugen innerhalb von zehn Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung auf 25 Prozent steigen. Damit soll eine nachhaltigere Kreislaufwirtschaft gefördert werden.
Das Preisgeld soll unter anderem in die Finanzierung einer Doktorandenstelle fließen. Im Mittelpunkt steht dabei der Einsatz maschinellen Lernens, um künftig trotz unterschiedlicher Ausgangsmaterialien eine gleichbleibend hohe Materialqualität zu gewährleisten.
„Mit unserem Projekt wollen wir die Spritzgießmaschine mithilfe künstlicher Intelligenz befähigen, Polypropylen-Rezyklate aus gebrauchten Kunststoffverpackungen trotz schwankender Materialqualität zuverlässig zu verarbeiten. Dazu untersuchen wir, wie Rezyklatanteil, Additive und Maschineneinstellungen zusammenwirken. Unser Ziel sind Bauteile mit gleichbleibenden, anforderungsgerechten Eigenschaften, damit die Automobilindustrie künftig höhere Anteile recycelter Kunststoffe einsetzen kann“, fasst Projektleiter Prof. Dr. Daniel Stehle zusammen.
Dr. Alexandra Zoller, Mitglied des Vorstands der Dr. K. H. Eberle Stiftung, hob in ihrer Ansprache insbesondere den nachhaltigen Mehrwert des Projekts hervor. Vor dem Hintergrund der europäischen Verordnung verdeutliche das Vorhaben nicht nur seine gesellschaftliche Relevanz, sondern auch die ökologische Notwendigkeit einer stärkeren Kreislaufwirtschaft.
Neben dem Preisgeld von 100.000 Euro überreichte die Stiftung eine eigens zum Projektthema passende Skulptur in Form eines Vogels. Das aus recycelten Materialien gefertigte Kunstwerk stammt von dem französischen Künstler Didier Tonin. Ganz im Sinne von Dr. K. H. Eberle verbindet die Skulptur auf künstlerische Weise, was das Projekt wissenschaftlich erforscht: die Zusammenarbeit zwischen internationalen Hochschulen, zahlreichen Industriepartnern und Forschenden, um gemeinsam Antworten auf drängende Zukunftsfragen zu finden.
Projektanträge mit unterschiedlichen Schwerpunkten eingereicht
Das diesjährige Preisträgerprojekt setzte sich gegen zwei weitere Förderanträge aus unterschiedlichen Fachbereichen durch. Einer der Anträge befasste sich mit einem Reallabor, das darauf abzielt, medizinisches Personal durch KI-Anwendungen zu entlasten. Der andere widmete sich einer flexiblen Sicherheitsarchitektur für zuverlässige Kommunikationswege, die den Anforderungen der Intralogistik, der Industrie 4.0 und des Internets der Dinge (Internet of Things) gerecht werden soll.
Vorstandsmitglied Thomas Schwind betonte: „Die diesjährigen Anträge überzeugten durch ihre hohe Qualität und thematische Vielfalt. Das ausgewählte Projekt zeichnet sich durch Innovationskraft, internationale Zusammenarbeit und einen ausgeprägten Praxisbezug aus. Damit verkörpert es in besonderer Weise den Leitgedanken des Stifters: Für Erfolg gibt es keine Alternative.“
Langjährige Partnerschaft mit der Dr. K. H. Eberle Stiftung
Die Dr. K. H. Eberle Stiftung unterstützt seit 2017 regelmäßig Forschungsprojekte an der DHBW Lörrach. Der Eberle-Preis wird auch an den Universitäten Tübingen und Konstanz vergeben. Die Stiftung bekräftigte erneut ihre Absicht, herausragende Forschung an der DHBW Lörrach auch in Zukunft zu fördern. Mittlerweile hat die Dr. K. H. Eberle Stiftung Lehre und Forschung an der DHBW Lörrach mit insgesamt rund 2,6 Millionen Euro unterstützt.