‚First-Level-Analyse‘ der Altbauten am Campus Hangstraße

Von Bestandsaufnahme zu Klimazukunft: Eine aktuelle Energieanalyse der Altbauten am Campus Hangstraße zeigt, wo heute Energie verloren geht – und welche Maßnahmen morgen den Weg zur klimaneutralen Hochschule ebnen.

Die DHBW erarbeitet seit dem Frühjahr 2025 an allen neun Standorten ein Energie- und Klimaschutzkonzept (EuKK). Im Rahmen dieses Prozesses wird auch die Infrastruktur – Gebäude, Versorgung und Technik – untersucht und in einer Ist-Analyse systematisch erfasst. Diese bildet die Grundlage für mögliche Sanierungsmaßnahmen, die im weiteren Verlauf als konkrete Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet werden.

Mitte des vergangenen Jahres hat das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) eine Sonderförderung in Höhe von 5.000 Euro pro Hochschulstandort für klimarelevante Maßnahmen ausgeschrieben. Nachdem bis zum Herbst kein geeigneter Verwendungszweck identifiziert werden konnte, schlug der Klimaschutzmanager der DHBW, Frank Leichsenring, vor, die Mittel für eine energetische Analyse der Altbauten einzusetzen, da hierzu bislang nur wenige belastbare Informationen vorlagen. Die Untersuchung wurde zwischen November und Dezember 2025 durchgeführt.

Mit der Analyse liegt nun eine überschlägige Bewertung des energetischen Ist-Zustands der Gebäude T, C und E vor. Zudem werden grundlegende Potenziale für eine energetische Optimierung im Hinblick auf eine zukünftige Klimaneutralität aufgezeigt.

Die untersuchten Gebäude stammen aus dem Jahr 1963 und wurden in den Jahren 1999 bzw. 2006 bereits saniert. Sie dienen unterschiedlichen Nutzungen (T: Bibliothek, C: Lehre und Forschung, E: Lehre).

Bei der Gebäudehülle zeigen sich moderate bis deutliche Einsparpotenziale. In der Bibliothek sind die Transmissionswärmeverluste insgesamt akzeptabel, während in den Gebäuden C und E insbesondere die Außenwände und einzelne Verglasungen als Hauptverlustpfade identifiziert wurden. Die Bodenplatten tragen in allen Gebäuden wesentlich zum Gesamtverlust bei, sind jedoch nachträglich nur schwer zu dämmen.

Rund 90 Prozent des Stromverbrauchs entfallen auf die bestehende Beleuchtung. Durch eine Umstellung auf LED-Lichtbänder sind Einsparungen von bis zu 70 Prozent des Stromverbrauchs möglich.

Aus der Analyse wurden folgende Maßnahmenvorschläge abgeleitet, die in den Maßnahmenkatalog des EuKK einfließen:

Energie und Wärme

  • Austausch der bestehenden Beleuchtung durch energieeffiziente LED-Leuchtmittel zur Reduktion des Stromverbrauchs und des Wärmeeintrags in die Räume.

Gebäudehülle

  • Austausch der Labor-Glastür sowie der Fenster aus Profilbauglas im Treppenhaus (Gebäude C) aufgrund erheblicher Wärmeverluste.
  • Austausch der alten, ungedämmten Außentür (Gebäude C).

Anlagentechnik

  • Effizienzsteigerung der Heizungsregelung durch Optimierung der bestehenden Regelungstechnik und den Einsatz digitaler Zähler zur raumweisen Heizungssteuerung.